Montag, 28. Oktober 2013

Wenn man sich zurückzieht und die Gedanken durchatmen

Gestern ist mir aufgefallen, dass ich die letzten zwei Wochen auf meiner Autorenseite auf Facebook nichts mehr veröffentlicht hatte. Ebenso sind auch schon wieder ein paar Wochen seit meinem letzten Blogeintrag hier vergangen.
Und prompt hatte ich ein schlechtes Gewissen. Und das Gefühl, im sozial-medialen Bereich als Autor versagt zu haben. Dabei war die ganze Zeit doch über etwas los, habe ich mir klar gemacht. Ich habe nur etwas Ruhe gebraucht.

Jedes Mal, wenn ich einen Roman abgeschlossen habe, brauche ich eine gewisse Auszeit. Nicht nur vom Schreiben, auch vom ganzen Drumherum. Das dauert mehrere Wochen, in denen ich mich auch nicht anderweitig ums Schreiben kümmere. Also auch nichts überarbeite. Ich brauche diese Zeit, um meine kreativen Batterien wieder aufzuladen.

Das heißt nicht, dass ich mich nicht trotzdem weiter mit Schreiben, Verlegen, Kreativität oder der Buchbranche insgesamt beschäftige. Nur tue ich es analytischer, mehr als Beobachter.
Und dann stand am Wochenende von 18. - 20. Oktober auch das 1. Selfpublishing Festival in Italien an, auf dem ich mit einem eigenen Beitrag vertreten war. Zum ersten Mal auf einer Bühne, und dann noch vor einem fremdsprachigen Publikum ... es hat Spaß gemacht (gebt mir ein Mikro!), aber das hat mich die zwei Wochen davon doch auch gedanklich schön in Beschlag genommen.
Was vor allem darin endete, dass ich meinen Beitrag ausgearbeitet und dann doch frei gesprochen habe. Manchmal überrasche ich mich echt selbst.

Als nächstes standen Planungen und vor allem die Gespräche in unserer Autorengruppe zum NaNoWriMo an.
Wer das Projekt nicht kennt: Es geht darum, in den dreißig Tagen im November einen Roman mit mindestens 50.000 Wörtern zu schreiben. Und das, obwohl mir der zweite John Storm noch in den Knochen steckt ...
Nichtsdestotrotz gehören Vorarbeit (was tue ich hier eigentlich?), Ausarbeitung (und worüber schreibe ich eigentlich?) und eine vernünftige Planung (warum habe ich nichts Anständiges gelernt?) dazu. Das sind alles Sachen, die im Hintergrund gelaufen sind. Über die ich auch nicht viel schreiben oder erzählen konnte.
Das sind diese Abende, in denen ich auf der Couch liege, Musik höre, döse, und plötzlich sind Bilder in meinem Kopf. Und die spiele ich dann in Ruhe durch.

Das ist dann auch der Zeitpunkt, an dem ich merke, dass meine Batterien wieder aufgeladen sind. Wenn ich Lust auf neue Projekte habe, mir neue Ideen kommen, alte Ideen plötzlich ineinander greifen wie Puzzlestücke, die die ganze Zeit schon nebeneinander lagen.
Und ich wieder darüber erzählen will. Es erinnert an die Augenblicke, in denen man aus einem Traum aufwacht und sich an sein Tagwerk machen will. Ausgeruht, noch etwas verschlafen, aber bereit, was Neues zu schaffen.

Die nächste Geschichte zum Beispiel. Der Titel steht, die Idee auch. Mehr davon in den kommenden Tagen.
Zeit, den Kaffee aufzusetzen.

1 Kommentar:

  1. Manchmal ist der Akku eben leer und braucht ein wenig Zeit, um wieder aufzuladen - ich finde solche Ruhepausen absolut legitim. Kreatives Schaffen ist nunmal keine Fließbandarbeit, sondern braucht Hingabe :)

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