Sonntag, 17. November 2013

Auge in Auge mit dem Leser - auf der Comicmesse in Köln

Mit etwas Verspätung durch den aktuellen Roman, an dem ich schreibe, hier nun meine Nachlese zur Kölner Comicmesse am 2. November.

Seitdem ich nach Berlin gezogen bin, war ich nicht mehr in Köln.
Was die Stadt betrifft, konnte ich den Verlust verschmerzen (ich bin ausgewiesener Nicht-Karnevalist). Was allerdings Veranstaltungen und bekannte Gesichter betrifft, habe ich doch gemerkt, dass ich in Berlin etwas vermisse.

An Veranstaltungen sind das der ColoniaCon für Science-Fiction-Freunde und die Comicmesse, die zwei Mal im Jahr stattfindet. Die vor allem eines bieten: alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.
Neben Achim Mehnert und Alfred Wallon (der als Gast bei Blitz eingeladen war) war dann auch noch Alfreds Freundin Vanessa Busse anwesend, die für beide Verlage jeweils ihren ersten Science-Fiction-Romanen schreibt.

Bestaunen - und nicht vergessen, zu kaufen ;)
Eigentlich war mein Besuch schon für den Mai vorgesehen, doch da haben unvorhergesehene Termine mein Erscheinen leider verhindert. Umso mehr habe ich mich auf November gefreut.
Vor allem, da ich inzwischen zwei Hardcover und ein Taschenbuch vorweisen konnte.

Der Verlag Peter Hopf - bei dem meine drei Romane erschienen sind - ist seit mehreren Jahren auf der Comicmesse mit einem Gemeinschaftsstand zusammen mit dem Blitz-Verlag vertreten. Und inzwischen nehmen die Veröffentlichungen mehrere Tischmeter ein.

Nun ist die Comicmesse nicht die Frankfurter Buchmesse. Das heißt, anpacken ist angesagt. Auch von Autoren, die eigentlich ihre zarten Finger schonen wollen. ;)
Tische herumwuchten und aufreihen, Stühle besorgen, Plakatständer aufstellen und Bücher aufbauen - und vor allem: reden.

Ich gebe zu, das hatte ich so gar nicht erwartet.
Über die eigenen Romane reden, natürlich. Aber bei den vielen Metern mussten wir uns strategisch verteilen. Und wenn irgendwo ein interessierter Besucher war, konnte man schlecht "Peeeter, kommste mal?" durch den Raum rufen. Erst recht nicht, wenn dieser selbst schon mitten in einem Gespräch war.
Also spricht man mit Besuchern auch gerne über Achims Romane oder schildert ich weiß gar nicht wie häufig die Unterschiede zwischen der limitierten Erstauflage und der Zweitauflage.

Für eine Autorin signieren?
Nur mit Widmung,
da kenne ich keine Gnade! ;)
Eine Erfahrung, die man als Autor im stillen Kämmerlein dabei selten macht, ist es, hinter der "Theke" zu stehen und die Besucher zu beobachten. Solche, die bereits Romane gekauft habe, wie auch solche, die sich die Auslage betrachten.
Und sich selbst bewusst zu machen (das mache ich tatsächlich selten), wie unterschiedliche die Menschen eigentlich sind, die (die eigenen) Romane lesen.
Es gab dabei den vorsichtigen Fuchs, der den Blick stur auf die Bücher gerichtet hatte und immer einen Sicherheitsabstand vom Tisch einhielt, damit er nicht Gefahr lief, angesprochen zu werden.
Es gab die Leser, die einem mit freundlichem Interesse (das hoffte ich zumindest) zugehört hat, wenn man über die eigenen Werke elaborierte. Was natürlich noch mehr Spaß macht, wenn sie dann auch eines kaufen.
Und es gab die Leser, die sich wie selbstverständlich einen Stuhl schnappen und dazusetzen und mit einem reden. Wobei Achim als lokale Bekanntheit ohnehin umlagert war und fleißig signieren durfte.

Ja, signieren. Neben den Gesprächen habe ich noch nie so viele Romane signiert wie bei diesem Besuch.
Nicht unglaublich viele. Aber so viele, dass es einem dann selbst irgendwann auffällt. Auch, wie viel Spaß das macht. Es tut gut, ich geb's zu. Erst recht, wenn man auch für eine Kollegin signiert. :D

Der Besuch auf der Comicmesse ist in dieser Hinsicht völlig anders verlaufen, als ich es erwartet hatte.
Ich wollte eigentlich selbst mehr Besucher sein, mit ein paar alten Bekannten an anderen Ständen plaudern und sehen, was die anderen Händler so anbieten. Und ab und an auch mal am Stand präsent sein.

Aber so direkt in die Gespräche mit Besuchern und Lesern eingebunden zu sein, sich wegen der eigenen Romane auch mal den Mund fusselig zu reden - das war unerwartet.
Und eine belebende Erfahrung. Nächstes Jahr gerne wieder!

von links: Alfred Wallon, Vanessa Busse, Christian Oechsler,
Peter Hopf, ich, Jörg  Jaroschewitz, Mats-Peter Hopf und
Achim Mehnert


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