Montag, 1. September 2014

Meine drei Wünsche an Amazon

Matthias Matting hat in seiner "Self-Publisher-Bibel" angelehnt an Hugh Howey sieben Wünsche an Amazon formuliert, wie es KDP-Autoren noch besser unterstützen könnte.

Ich bin da handfester. Und pragmatischer. Und belasse es bei diesen dreien.


1.) Kein Anspruch auf Exklusivität
Mir ist kein anderer eBook-Shop bekannt, der so etwas fordern würde, wie es Amazon mit seinem Select-Programm tut. Amazons einziger Grund ist, Autoren an sich zu binden. Selbst - oder gerade - unter den erfolgreichen Self-Publishern lassen sich aber nur die wenigsten dauerhaft auf dieses Spielchen ein.
Das kann man auch nicht empfehlen. Amazon hält in den USA ca. 60 % Marktanteil, in Deutschland ca. 40 %. Warum sollte man – auf Dauer – auf die restlichen Leser verzichten?

Lass einfach die Machtspielchen, wo und warum ich etwas anbieten will, darf oder soll, Amazon.


2.) 70 % Auszahlung, unabhängig vom Preis
Die wenigsten erinnern sich noch daran, dass Amazon bis 2010 ausschließlich 35 % ausgezahlt hat. Und dann kam Apple mit dem iPad und iBooks. Und hat wie bei seinen Apps pauschal 70 % ausgezahlt.
Amazon konnte gar nicht anders, als nachzuziehen. Aber natürlich doch nur zu seinen eigenen Bedingungen. Ein eBook sollte schon wenigstens 2,99 kosten, und darf auf keinen Fall mehr als 9,99 kosten, um in den Genuss der 70 % kommen.
Ich als Verleger und Autor möchte schon gerne selbst entscheiden – und zwar aufgrund einer durchdachten Kalkulation -, was meine eBooks kosten. Und der Shop soll sie zu dem Preis verkaufen, zu dem ich sie anbiete, sie den Kunden zusenden und ordentlich abrechnen.

Das ist deine Aufgabe, Amazon. Nur das. Halte dich aus meiner Preisgestaltung raus. Ein Distributor mischt sich da schließlich auch nicht ein.


3.) Eine vernünftige Abrechnung, die diesen Namen verdient
Was sich Amazon da bis heute gegenüber KDP-Autoren erlaubt, ist eine Frechheit. Die kurze Info per Mail – inzwischen sogar ohne Überweisungssumme, die darf man sich selbst raussuchen – ist nichts, was einer ordentlichen Abrechnung auch nur ansatzweise nahe kommt.
Ich habe deshalb ja schon 2012 ein Vorgehen aufgezeigt, wie man seine KDP-Abrechnungen trotzdem auch dem deutschen Fiskus vorlegen kann.
Warum macht Amazon das?
Weil es Amazon nicht interessiert. Es lässt KDP-Autoren seit Jahren bewusst im Regen stehen und mit dem Problem alleine. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sieht anders aus.

Schick mir einfach eine Abrechnung, die den Vorgaben des deutschen Finanzamts entspricht, Amazon. Das schaffen deutsche Distributoren schließlich auch. Sollte das ein zu großer Aufwand von Luxemburg für den gesamten europäischen Markt sein, dann gründe halt eine Dependance in Deutschland. Und rechne hier ab. Und zahle hier Steuern.
Aber lass uns nicht die Arbeit für deine steuertechnischen Spielchen machen, weil du es dir so bequem wie möglich machen willst.


Mehr braucht's nicht. Diese drei kleinen Wünsche.
Mit denen du uns zeigst, dass du Autoren als Partner siehst, die du mit Respekt behandelst. Und nicht als Verfügungsmasse, die du nach Belieben hin und her schiebst. Denn das kennen wir vom klassischen Verlagswesen schon zur Genüge.
Muss ja nicht sein, dass du deren Unsitte übernimmst und auch noch kultivierst.

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